„Zwischen Geschlechtsnomaden und Schattenmenschen: Transnationalisierung und komplexe soziale Ungleichheiten“ – Vortrag von Ilse Lenz

Auf Einladung des Arbeitskreises „Queere Ringvorlesung“ der JLU Gießen wird Ilse Lenz am 15.07. den ursprünglich für den 22. April geplanten Vortrag mit dem Titel „Zwischen Geschlechtsnomaden und Schattenmenschen: Transnationalisierung und komplexe soziale Ungleichheiten“ nachholen. Die Veranstaltung findet um 18:30 Uhr in der Alten UB (Bismarckstraße 37) im Hörsaal AUB 1 statt. Für den Vortrag stehen zwei Gebärdensprachdolmetscher_innen zur Verfügung, die bei Bedarf simultan in die deutsche Gebärdensprache übersetzen. Das Vortragsgebäude ist rollstuhlgerecht.

Aus dem Ankündigungstext:
Die Transnationalisierung des sozialen Raumes stellt die Geschlechter- und Körperso-ziologie vor neue Herausforderungen: Welche Konzepte eignen sich, um die neuen Grenzziehungen, die Ein- und Ausschlüsse zu wahrzunehmen und die Veränderungen der sich internationalisierenden Geschlechterordnung zu erfassen? Während „Interna-tionalisierung“ einen gesellschaftlichen Wandel im nationalen Rahmen unter internatio-nalen Einflüssen bezeichnet, werden unter Transnationalisierung soziale Verflechtungsbeziehungen auf Mikro- und Mesoebene verstanden: Sie bilden neue Sozialräume mit oft transkulturellen Geschlechter- und Körpernormen, die wiederum in der nationalen Geschlechterkultur und -ordnung verhandelt werden. Diese Verhandlungen um Werte und Normen beziehen sich auf die Einheimischen und die MigrantInnen als verkörperte Subjekte (embodied subjects) und die resultierenden Ein- und Ausschlüsse legitimieren sich durch Geschlechter-, Klassen- und Körperbilder.

Ilse Lenz möchte einen Beitrag zur deskriptiven Erfassung dieser Ein- und Ausschlüsse in der Transnationalisierung leisten, indem sie sich auf die neuere Debatte zu komplexer sozialer Ungleichheit stützt. Diese Diskussion hat auf die Bedeutung der grundlegenden Dimensionen von Teilhabe verwiesen: 1. Verteilung materieller Ressourcen, 2. Bildung, 3. Anerkennung, 4. soziale und politische Partizipation. Diese Dimensionen sind so konzipiert, dass sie die Relationen zwischen verkörperten Subjekten in der modernen Gesellschaft erfassen sollen. Indem sie die neuen Formen des Ein- und Ausschlusses entlang dieser Dimensionen nachzeichnet, werden sich markante Differenzierungen innerhalb der Geschlechter und der MigrantInnen ergeben, die auf Transnationalisierung zurückzuführen sind. Um das Wechselverhältnis von Geschlecht und Migration in der sich herausbildenden Geschlechterordnung zu erfassen, sind diese Differenzierungen wesentlich.

Ilse Lenz promovierte an der FU Berlin und habilitierte in Münster. Sie hat nun seit 1992 die Professur für Geschlechter-und Sozialstrukturforschung an der Ruhr-Universität in Bochum inne. Ilse Lenz ist Mitherausgeberin der Bücherreihe „Geschlecht und Gesellschaft“ sowie Sprecherin der Sektion Frauenforschung bei der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem im Bereich von Globalisierung und Geschlecht, Frauenbewegungen und Frauenpolitik im internationalen Vergleich,VINGS (Virtual International Gender Studies – Geschlechter-studien online),Theorien zu Geschlecht und Ethnizität sowieTheorien der Frauenforschung.

Veranstaltet wird die queere Ringvorlesung von einem Arbeitskreis rund um das auto-nome Schwulen-Trans*-Queer-Referat und das autonome queer-feministische Frauenreferat, im AStA der JLU. Begleitet wird die Veranstaltungsreihe von Dr. Franz Schindler vom Institut für Slavistik sowie Dr. Nadyne Stritzke aus dem Institut für Anglistik.

Heutiger Vortrag von Judith Scheunemann fällt aus!

Der heutige Vortrag von Judith Scheunemann muss leider aufgrund von Krankheit ausfallen.

Bitte entschuldigt die kurzfristige Absage

Der nächste Termin findet am 15. Juli 2013 statt: Ilse Lenz wird den Vortrag „Zwischen Geschlechtsnomaden und Schattenmenschen: Transnationalisierung und komplexe soziale Ungleichheiten“ nachholen. Wir freuen uns auf euer zahlreiches Erscheinen.

„Amami und Amami – das Überschreiten von Geschlechtergrenzen in Werken von Psychiatrie-Erfahrenen“ – Vortrag von Thomas Röske

Auf Einladung des Arbeitskreises „Queere Ringvorlesung“ der JLU Gießen wird Thomas Röske am 24. Juni einen Vortrag mit dem Titel „Amami und Amami – das Überschreiten von Geschlechtergrenzen in Werken von Psychiatrie-Erfahrenen“ halten. Die Veranstaltung findet um 18:30 Uhr in der Alten UB (Bismarckstraße 37) im Hörsaal AUB 1 statt. Für den Vortrag stehen zwei Gebärdensprachdolmetscher_innen zur Verfügung, die bei Bedarf simultan in die deutsche Gebärdensprache übersetzen. Das Vortragsgebäude ist rollstuhlgerecht.

Aus dem Ankündigungstext:
Menschen mit der psychiatrischen Diagnose Schizophrenie zeigen gelegentlich Verunsicherung über ihr Geschlecht. Was Ärzten zumeist als bloße Verwirrung in Folge einer Erkrankung gilt, lässt sich zugleich als Durchbruch einer existentiellen Grundfrage bei Lockerung anerzogener heteronormativer Verhaltens- und Denkmuster verstehen. In diesem Sinne erscheinen künstlerische Spekulationen Psychiatrie-Erfahrener über körperliche Transformationen und Rollenspiele, wie sie sich schon um 1900 niederschlagen, geradezu wie Vorreiter heutiger Beiträge zum Diskurs queerer Sexualität. Der Vortrag stellt Werke aus der aktuellen Ausstellung „Transformation und Rollenspiel – Werke von Ovartaci und andere queere Kunst“ im Heidelberger Museum Sammlung Prinzhorn vor. Sie geht aus von dem faszinierenden künstlerischen Œuvre des Dänen Louis Marcussens (1894-1985), der, seit 1929 Insasse psychiatrischer Anstalten, sich selbst Ovartaci („Oberidiot“) nannte und mit 63 Jahren seine Umoperation zur Frau durchsetzte.

Thomas Röske ist seit November 2002 Leiter der Sammlung Prinzhorn der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg. Er hat Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und Psychologie in Hamburg studiert und 1991 mit einer Arbeit über Hans Prinzhorn promoviert. Von 1993 bis 1999 war er Wissenschaftlicher Hochschulassistent am Kunstgeschichtlichen Institut der Universität Frankfurt, von 1996 bis 1999 Stellvertretender Sprecher des dort angesiedelten Graduiertenkollegs „Psychische Energien bildender Kunst“. Daneben hat er immer wieder als freier Ausstellungskurator für verschiedene Institutionen gearbeitet. Er gibt regelmäßig Lehrveranstaltungen am Zentrum für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg und bereitet eine Habilitationsschrift vor zum Thema „Die Idee des Selbstausdrucks in Kunst und Kunsttheorie um 1800“. Seit April 2013 ist er Präsident der European Outsider Art Association (EOA).
Seine Forschungsschwerpunkte sind: Deutsche und englische Kunst und Kunsttheorie um 1800, Deutsche Kunst der Klassischen Moderne, Psychologische Aspekte von Kunst, Kunst und Außenseiter-Erfahrung, Kunst und Psychiatrie, Outsider Art.

Veranstaltet wird die queere Ringvorlesung von einem Arbeitskreis rund um das autonome Schwulen-Trans*-Queer-Referat und das autonome queer-feministische Frauenreferat, im AStA der JLU. Begleitet wird die Veranstaltungsreihe von Dr. Franz Schindler vom Institut für Slavistik sowie Dr. Nadyne Stritzke aus dem Institut für Anglistik.

Einladung zum Vortrag von Stephanie Gerlach: Regenbogenfamilien – vielfältige Familienformen jenseits von Papa-Mama-Kind, ein (historisch gesehen) neues Phänomen

Auf Einladung des Arbeitskreises „Queere Ringvorlesung“ der JLU Gießen wird Stephanie Gerlach am 10. Juni einen Vortrag mit dem Titel „Regenbogenfamilien – vielfältige Familienformen jenseits von Papa-Mama-Kind, ein (historisch gesehen) neues Phänomen“ halten. Die Veranstaltung findet um 18:30 Uhr in der Alten UB (Bismarckstraße 37) im Hörsaal AUB 1 statt. Für den Vortrag stehen zwei Gebärdensprachdolmetscher_innen zur Verfügung, die bei Bedarf simultan in die deutsche Gebärdensprache übersetzen. Das Vortragsgebäude ist rollstuhlgerecht.

Aus dem Ankündigungstext:

Der Vortrag beschäftigt sich mit der Vielfalt von Regenbogenfamilien und der Frage, mit welchen Herausforderungen dieses alternative (?) Familienmodell konfrontiert ist. Neben dem Einblick in verschiedene Elternkonstellationen kommen auch rechtliche und gesellschaftspolitische Fragen rund um den „Gayby-Boom“ zur Sprache. Welchen Einfluss haben Kinderwunsch und Familiengründung auf eine Lebensform, die vormals als „automatisch kinderlos“ eingestuft wurde? Wie bewegen sich Kinder aus Regenbogenfamilien im nach wie vor heteronormativ geprägten Kosmos „Schule“? Und was sagt die Forschung?

Stephanie Gerlach ist Sozialpädagogin/Erwachsenenpädagogin und war Lehrbeauftragte an der Katholischen Stiftungsfachhochschule für Soziale Arbeit in München. Seit vielen Jahren ist sie als freiberufliche Referentin und Autorin zu gleichgeschlechtlichen Lebensweisen tätig. Neben wissenschaftlichen Beiträgen erschien von ihr 2005 (gemeinsam mit Uli Streib-Brzic) das Buch „Und was sagen die Kinder dazu? Gespräche mit Töchtern und Söhnen lesbischer und schwuler Eltern“, das mittlerweile in der vierten Auflage erschienen ist, sowie 2010 „Regenbogenfamilien – ein Handbuch“, das im Herbst 2013 in aktualisierter Form neu aufgelegt wird. Außerdem betreibt Stephanie Gerlach den Blog Rainbow Family News (www.rainbowfamilynews.de).

Veranstaltet wird die queere Ringvorlesung von einem Arbeitskreis rund um das autonome Schwulen-Trans*-Queer-Referat und das autonome queer-feministische Frauenreferat, im AStA der JLU. Begleitet wird die Veranstaltungsreihe von Dr. Franz Schindler vom Institut für Slavistik sowie Dr. Nadyne Stritzke aus dem Institut für Anglistik.

Weitere Infos:
http://www.facebook.com/ringvorlesung.giessen
http://www.facebook.com/events/470766762976663/

Veranstaltungstipp: Kreuzungen und Queerungen: Intersektionalität / Interdependenz in Theorie und Praxis

Wir haben noch einen Veranstaltungstipp für euch. Das QFFR (Queer-feministisches Frauenreferat) hat den Vortrag „Kreuzungen und Queerungen: Intersektionalität / Interdependenz in Theorie und Praxis“ organisiert und Beatrice Michaelis als Referentin gewinnen können. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 21.Mai 2013 ab 18:00 Uhr c.t. im Versailleszimmer der Kongresshallte statt.

Der Ankündigungstext:

„Geschlecht und „Rasse“/Ethnizität können als die wohl meist bedachten Analysekategorien politischer, sozialer und kultureller Strukturbildung in den Geistes- und Sozialwissenschaften gelten. Dabei sind sie kaum voneinander getrennt zu denken; vielmehr über- und durchkreuzen sie sich auf vielfältige Arten und Weisen sowohl miteinander als auch mit anderen Kategorien sozialer Strukturierung und Hierarchisierung. Diese Verwobenheit steht im Mittelpunkt dieses Vortrags zu Intersektionalität/Interdependenz. Vor allem aus den Perspektiven der Queer Theory und der Postcolonial Studies soll der Mehrwert intersektionaler/interdependenter Herangehensweisen beleuchtet werden. In einem ersten Teil werden einschlägige Ansätze der Intersektionalitäts-/Interdependenzforschung vorgestellt; der zweite Teil widmet sich dann einigen Arbeiten, die die Referentin gemeinsam mit Kolleg_innen im Bereich der queeren Interdependenzforschung vorgelegt hat.

Beatrice Michaelis ist Postdoctoral Researcher und Head of Research Coordination am International Graduate Centre for the Study of Culture an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Sie wurde an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer Arbeit zu (Dis-)Artikulationen von Begehren – Schweigeeffekte in wissenschaftlichen und literarischen Texten des Mittelalters (erschienen bei de Gruyter 2011) promoviert und forscht nun im Rahmen ihrer Habilitation zu Distanzvariationen – Proto-rassisierende Diskurse der In- und Exklusion in der deutschsprachigen Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit.
Zu ihren Forschungsinteressen zählen u.a. Queer Theory, Gender Studies, Intersektionalitätsforschung und Postcolonial Studies.
Jüngste Publikationen zum Vortragsthema: Queer Futures – Reconsidering Ethics, Activism, and the Political (herausgegeben gemeinsam mit Elahe Haschemi Yekani und Eveline Kilian, Ashgate 2013); Feministische Studien: The Queerness of Things not Queer. Entgrenzungen – Affekte und Materialitäten – Interventionen (Heft 2, Jahrgang 30, November 2012) (herausgegeben gemeinsam mit Gabriele Dietze, Elahe Haschemi Yekani und Friederike Kuster); „Queer und Intersektionalität“ (gemeinsam mit Gabriele Dietze und Elahe Haschemi Yekani, Portal Intersektionalität 2012).“

Beginn: 18:00 Uhr c. t.

Ort: Versailleszimmer der Kongresshalle Gießen

Einladung zum Vortrag von Eveline Kilian: „Undone by Gender: Selbstentwürfe queerer Subjekte und Judith Butlers Konzept der Anerkennung“

Auf Einladung des Arbeitskreises „Queere Ringvorlesung“ der JLU Gießen wird Eveline Kilian am 27. Mai einen Vortrag mit dem Titel „Undone by Gender: Selbstentwürfe queerer Subjekte und Judith Butlers Konzept der Anerkennung“ halten. Die Veranstaltung findet um 18:30 Uhr in der Alten UB (Bismarckstraße 37) im Hörsaal AUB 1 statt. Für den Vortrag stehen zwei Gebärdensprachdolmetscher_innen zur Verfügung, die bei Bedarf simultan in die deutsche Gebärdensprache übersetzen. Das Vortragsgebäude ist rollstuhlgerecht.

Aus dem Ankündigungstext:

Der Vortrag untersucht Lebenserzählungen queerer Subjekte und deren narrative Positionierung in Bezug auf den dominanten Geschlechterdiskurs. Damit sind Selbstzeugnisse von Subjekten gemeint, die sich an den Rändern oder jenseits normativer Geschlechter (z.B. Transgender) und Sexualitäten situieren. Eine maßgebliche Rolle spielt in diesem Kontext das Konzept der Anerkennung, wie es in den letzten Jahren vor allem von Judith Butler diskutiert und in seiner Anschlussfähigkeit für die Queer Studies geschärft worden ist. Anerkennung ist für Butler (und mit Hegel) die notwendige Voraussetzung für die Konstitution des Selbst in der Begegnung mit dem Anderen. Der Beitrag geht u.a. der Frage nach, wie sich autobiographische Entwürfe von queeren Subjekten zur heteronormativen Ordnung verhalten. Geht es ihnen um eine Einschreibung in dieses System oder um einen Gegenentwurf oder um eine Mischung aus beidem? Diese Frage verschränkt sich wiederum mit dem Aspekt der Anerkennung: Anerkennung von wem und wofür und mit welchen Konsequenzen?

Eveline Kilian ist Professorin für Englische Kultur- und Literaturwissenschaften an der Humbold-Universität zu Berlin. Zusätzlich ist sie seit 2012 Visiting Professor am King’s College London, School of Arts and Humanities. Von 2009 bis 2011 war sie Sprecherin des Zentrums für transdisziplinäre Geschlechterstudien an der Humboldt-Universität zu Berlin. Kilian veröffentlichte bereits zahlreiche Publikationen im Bereich der Gender und Queer Theory, Transgender, Körper und Geschlecht, Literatur der Moderne und Postmoderne sowie Kultur- und Literaturgeschichte Londons.

Veranstaltet wird die queere Ringvorlesung von einem Arbeitskreis rund um das autonome Schwulen-Trans*-Queer-Referat und das autonome queer-feministische Frauenreferat, im AStA der JLU. Begleitet wird die Veranstaltungsreihe von Dr. Franz Schindler vom Institut für Slavistik sowie Dr. Nadyne Stritzke aus dem Institut für Anglistik.

„Sexualität und Behinderung – Lebenssituationen von Mädchen und Frauen mit Behinderung“ – Vortrag von Karoline Klamp-Gretschel

Auf Einladung des Arbeitskreises „Queere Ringvorlesung“ der JLU Gießen wird Karoline Klamp-Gretschel am 06. Mai einen Vortrag mit dem Titel „Sexualität und Behinderung – Lebensbedingungen von Mädchen und Frauen mit Behinderung“ halten. Die Veranstaltung findet um 18:30 Uhr in der Alten UB (Bismarckstraße 37) im Hörsaal AUB 1 statt. Für den Vortrag stehen zwei Gebärdensprachdolmetscher_innen zur Verfügung, die bei Bedarf simultan in die deutsche Gebärdensprache übersetzen. Das Vortragsgebäude ist rollstuhlgerecht.

Aus dem Ankündigungstext:
Inwiefern unterscheiden sich Lebensbedingungen von Mädchen und Frauen mit und ohne Behinderung? Beeinflussen sich Behinderung und Sexualität? Wie wirkt sich Geschlecht darauf aus? Ist sexuelle Selbstbestimmung für Mädchen und Frauen mit Behinderung möglich? Wie kann die Gesellschaft/das Umfeld unterstützend wirken?

Der Vortrag möchte einen Einblick in die Lebensbedingungen von Mädchen und Frauen mit Behinderung geben, da diese ebenso vielfältig wie jene von Mädchen und Frauen ohne Behinderung sind, wird ein spezieller Lebensbereich, die Sexualität, exemplarisch herausgegriffen. Lebensbedingungen unter dem Einfluss von Behinderung sind oftmals durch einen institutionalisierten Lebenslauf geprägt, der wenig Raum für Selbstbestimmung lassen kann. Die Wechselwirkungen von Sexualität – Geschlecht – Behinderung sollen aufgezeigt und anhand praktischer Beispiele illustriert werden. Anschließend soll genug Raum für Fragen und Anmerkungen bleiben. Alle Interessierten sind herzlich willkommen, Vorwissen ist schön, aber nicht notwendig.

Karoline Klamp-Gretschel studierte Erziehungswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Seit 2010 arbeitet sie dort als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Heil- und Sonderpädagogik und nebenberuflich als Sexualpädagogin. Zurzeit schreibt sie an ihrer Dissertation zum Thema politische Teilhabe und Frauen mit Behinderung. In ihrer Freizeit engagiert sie sich in queer_feministischen Kontexten und versucht, die Gesellschaft zu verändern.

Veranstaltet wird die queere Ringvorlesung von einem Arbeitskreis rund um das auto-nome Schwulen-Trans*-Queer-Referat und das autonome queer-feministische Frauenreferat, im AStA der JLU. Begleitet wird die Veranstaltungsreihe von Dr. Franz Schindler vom Institut für Slavistik sowie Dr. Nadyne Stritzke aus dem Institut für Anglistik.

„Zwischen Geschlechtsnomaden und Schattenmenschen: Transnationalisierung und komplexe soziale Ungleichheiten“ – Vortrag von Ilse Lenz

Auf Einladung des Arbeitskreises „Queere Ringvorlesung“ der JLU Gießen wird Ilse Lenz am 22. April einen Vortrag mit dem Titel „Zwischen Geschlechtsnomaden und Schattenmenschen: Transnationalisierung und komplexe soziale Ungleichheiten“ halten. Die Veranstaltung findet um 18:30 Uhr in der Alten UB (Bismarckstraße 37) im Hörsaal AUB 1 statt. Für den Vortrag stehen zwei Gebärdensprachdolmetscher_innen zur Verfügung, die bei Bedarf simultan in die deutsche Gebärdensprache übersetzen. Das Vortragsgebäude ist rollstuhlgerecht.

Aus dem Ankündigungstext:

Die Transnationalisierung des sozialen Raumes stellt die Geschlechter- und Körpersoziologie vor neue Herausforderungen: Welche Konzepte eignen sich, um die neuen Grenzziehungen, die Ein- und Ausschlüsse zu wahrzunehmen und die Veränderungen der sich internationalisierenden Geschlechterordnung zu erfassen? Während „Internationalisierung“ einen gesellschaftlichen Wandel im nationalen Rahmen unter internationalen Einflüssen bezeichnet, werden unter Transnationalisierung soziale Verflechtungsbeziehungen auf Mikro- und Mesoebene verstanden: Sie bilden neue Sozialräume mit oft transkulturellen Geschlechter- und Körpernormen, die wiederum in der nationalen Geschlechterkultur und -ordnung verhandelt werden. Diese Verhandlungen um Werte und Normen beziehen sich auf die Einheimischen und die MigrantInnen als verkörperte Subjekte (embodied subjects) und die resultierenden Ein- und Ausschlüsse legitimieren sich durch Geschlechter-, Klassen- und Körperbilder.

Ilse Lenz möchte einen Beitrag zur deskriptiven Erfassung dieser Ein- und Ausschlüsse in der Transnationalisierung leisten, indem sie sich auf die neuere Debatte zu komplexer sozialer Ungleichheit stützt. Diese Diskussion hat auf die Bedeutung der grundlegenden Dimensionen von Teilhabe verwiesen: 1. Verteilung materieller Ressourcen, 2. Bildung, 3. Anerkennung, 4. soziale und politische Partizipation. Diese Dimensionen sind so konzipiert, dass sie die Relationen zwischen verkörperten Subjekten in der modernen Gesellschaft erfassen sollen. Indem sie die neuen Formen des Ein- und Ausschlusses entlang dieser Dimensionen nachzeichnet, werden sich markante Differenzierungen innerhalb der Geschlechter und der MigrantInnen ergeben, die auf Transnationalisierung zurückzuführen sind. Um das Wechselverhältnis von Geschlecht und Migration in der sich herausbildenden Geschlechterordnung zu erfassen, sind diese Differenzierungen wesentlich.

Ilse Lenz promovierte an der FU Berlin und habilitierte in Münster. Sie hat nun seit 1992 die Professur für Geschlechter-und Sozialstrukturforschung an der Ruhr-Universität in Bochum inne. Ilse Lenz ist Mitherausgeberin der Bücherreihe „Geschlecht und Gesellschaft“ sowie Sprecherin der Sektion Frauenforschung bei der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem im Bereich von Globalisierung und Geschlecht,
 Frauenbewegungen und Frauenpolitik im internationalen Vergleich,
VINGS (Virtual International Gender Studies – Geschlechterstudien online),
Theorien zu Geschlecht und Ethnizität sowie
Theorien der Frauenforschung.

Veranstaltet wird die queere Ringvorlesung von einem Arbeitskreis rund um das autonome Schwulen-Trans*-Queer-Referat und das autonome queer-feministische Frauenreferat, im AStA der JLU. Begleitet wird die Veranstaltungsreihe von Dr. Franz Schindler vom Institut für Slavistik sowie Dr. Nadyne Stritzke aus dem Institut für Anglistik.

Weitere Infos:
http://www.facebook.com/ringvorlesung.giessen
http://www.facebook.com/events/469242069809607/