Mitschnitt: Dr. Günter Grau – Zwischen Propaganda und Terror

03.02.2014
Dr. Günter Grau
Zwischen Propaganda und Terror. Homosexuelle Männer unter dem NS-Regime 1933-1945” (Medium: Video des Vortrags mit Audio. Bei diesem Vortrag ist keine Gebärdensprachdolmetschung verfügbar.)

Ankündigungstext:

Das Nazi-Regime war homosozial (männerbündlerisch) organisiert (SS, SA, HJ, Wehrmacht) und strikt heteronormativ strukturiert. Die Kombination männerbündlerisch und heteronormativ geht immer einher mit massiven homopanischen kollektiven Affekten, die den gesamten Repressionsapparat mobilisieren – und mit einem Desinteresse an der weiblichen Homosexualität. Der Vortrag rückt die Hauptaspekte der in der Geschichte beispiellosen Verfolgung homosexueller Männer in den Mittelpunkt. Vorgestellt werden die Ziele der NS-Politik, die wichtigsten Gesetze, Verordnungen und Geheimbefehle sowie Details des Vorgehens von Kripo und Gestapo. Darüber hinaus wird erörtert, ob sich die Politik gegen alle homosexuellen Männer richtete oder nur gegen bestimmte Gruppen, auch wie die Lebensbedingungen jener Männer aussahen, die nicht in die Verfolgungsmaschinerie gerieten sowie welche Auswirkungen diese Politik auf die Situation lesbischer Frauen hatte.

Dr. Günter Grau, Medizinhistoriker, arbeitete an den Universitätsinstituten für Geschichte der Medizin in Leipzig und Berlin. Gegenwärtig ist er tätig an der Forschungsstelle Geschichte der Sexualwissenschaft bei der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft Berlin. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Fragen der Theoriebildung über Homosexualität und ihre Auswirkungen auf soziale Urteilsbildungen zum sexuellen Verhalten. Als Herausgeber veröffentlichte er u.a. (zusammen mit Volkmar Sigusch) das Personenlexikon der Sexualforschung (2009) sowie das Lexikon zur Homosexuellenverfolgung 1933-1945 (2011).

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